Geschwister siegen - mit dem Prädikat Weltklasse
Simona und Fabian Aebersold haben dem Elite-Rennen des Steinhölzlilaufs in Köniz den Stempel
aufgedrückt. Hochstimmung, perfektes Laufwetter und die gewohnt familiäre Atmosphäre
prägten die 35. Austragung des Klassikers.
Die Besetzung war erstklassig - und ein Geschwisterpaar überragte alle: Simona und Fabian
Aebersold aus Brügg. Die OL-Weltmeisterin und aktuelle Gesamtweltcup-Siegerin setzte sich
bei den Frauen ähnlich überlegen durch wie ihr zweidreiviertel Jahre jüngerer
Bruder Fabian bei den Männern. Sie distanzierte Seraina Stettler (Jeuss) und Sina Michel (Bern)
um über 70 Sekunden und verwies sie klar auf die Ehrenplätze. Und er zeigte gegen
namhafte Widersacher, wie T-Roy Brown, Lars Schnyder, sowie die Brüder Martin und
Daniel Hubmann, über welch beeindruckendes läuferisches Potenzial er mittlerweile
verfügt. Sein Vorsprung auf die nächsten Verfolger: 15 Sekunden, 1:38 Minuten, 2:18
Minuten und mehr.
Faszination des Limits
"Streng gewesen", bilanzierte Fabian Aebersold nach den drei Runden durchs Liebefeld-Quartier,
den Steinhölzliwald und das Stadion Liebefeld. Leicht gemacht hatte er sich die Aufgabe nicht:
Am Vorabend stand noch ein OL-Kader-Abend mit Feier bis in die frühen Morgenstunden an -
doch Aebersold lieferte trotzdem. "Mir wurde es in der zweiten Runde zu langsam, also begann
ich zu pushen", beschrieb er die rennentscheidende Phase. Widersacher T-Roy Brown musste seine
Siegesabsichten schnell begraben. "Dummerweise", wie der US-Schweizer anmerkte, denn "hervorragend"
hatte auch er sich gefühlt. Schon kurz nach dem Start ihre Ambitionen relativieren mussten hingegen
alle andern "Hochkaräter", angefangen bei OL-Ikone Daniel Hubmann oder dessen ebenso ambitioniertem
jüngeren Bruder Martin.
Bei den Frauen zeichnete sich die Hierarchie auf den drei Runden und insgesamt 10,5 km noch rascher ab.
Simona Aebersold demonstrierte wie ihr Bruder, dass OL-Weltklasse-Läuferinnen über ein
herausragendes läuferischen Potenzial verfügen. "Ich bekundete nach dem Weltcup-Final
Ende September grosse Probleme mit meiner Peronealsehne am Fuss." Darum trainierte sie fast
ausschliesslich alternativ. Das Laufen rückte erzwungenermassen in den Hintergrund. Entsprechend
unsicher war sie angetreten. Nach getaner Arbeit fühlte sie sich erfreulich. Aber: "Die Gewissheit,
dass der Fuss nicht wieder rebelliert, erhalte ich erst in den nächsten Tagen."
Prominenz im Kurzlauf
Auch im Kurzlauf über 5,1 km setzten sich promiente Athletinnen und Athleten durch.
Bei den Männern gewann der 35-jährige Kenya-Schweizer Eric Riungu, ein Seriensieger
an Aargauer Läufen. Da er den Lauf primär als intensives Training für den
Neujahrsmarathon in Zürich nutzte, trat er in der "Steinhölzli-Challenge" an -
einer Wertungskombination aus Kurzdistanz und Hauptlauf. Selbstredend gewann Eric Riungu
auch diese Wertung. Im Hauptlauf belegte er Rang sechs. "Ein spannendes Format, diese Kombination",
lautete sein Fazit.
Etwas Besonderes suchte auch Aurelia-Maxima Janzen: Mit dem Sieg im Kurzlauf profilierte sie
sich in einer Sparte, der sie sonst wenig Beachtung schenkt. Die 22-Jährige aus Gümligen
ist Weltklasse-Ruderin: Rang 9 an den Olympischen Spielen 2024 in Paris und je zwei U23-Welt- und
Europameistertitel ragen aus ihrem Palmares heraus. "Ich bin voll auf meine Rechnung gekommen",
freute sie sich, "emotional, vom Trainingseffekt her und als Leistungsbestätigung." Bis es
in ihrer Kernsportart wieder mit Wettkämpfen losgeht, muss sie sich noch fast ein halbes Jahr
lang gedulden.
Die Steinhölzli-Challenge bei den Frauen sicherte sich Juliette Schild-Leuthold (Köniz)
mit den Rängen 13 im Hauptlauf und 8 auf der Kurzstrecke.
Jörg Greb
Text: Jörg Greb
Impressionen Kuzzstrecke (5.1 km)
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Bei der 5.1-km-Kurzstrecke sind eine kleine und eine grosse Runde durch den Steinhölzliwald und
das Quartier zu absolvieren.
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Die Läuferinnen und Läufer machen sich bereit.
(zum Vergrössern: Fotos anklicken)
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Der Start ist um 12.00 Uhr erfolgt.
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Von rechts: Simon Zahnd (Rang 2) vor Nelio Brönimann (Rang 6) und dem späteren Sieger
Eric Muthomi Riungu
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Eric Riungu beim Zieleinlauf
(zum Vergrössern: Fotos anklicken)
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Von rechts: David Bill (3. Rang) vor Adrian Castrischer (4. Rang und Gesamtzweiter Steinhölzli-Challenge) und
Daniel Rhyner (Nr. 1131, 5. Rang)
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Aurelia-Maxima Janzen (Nr. 16), die Siegerin über 5.1 km im Windschatten von Andreas Kempf (Nr. 1178)
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Aurelia-Maxima Janzen nach der ersten absolvierten Runde
(zum Vergrössern: Fotos anklicken)
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Vivienne Meyer (3. Rang) und Sarina Kyburz (2. Rang) im Stadion Liebefeld
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(Fotos & Copyright: © Alex Reichenbach, Bern & Hugo Rey (www.reygrafik.ch))
Impressionen Hauptlauf (10.5 km)
Um 13.15 Uhr erfolgte der Start zum 10.5-km-Hauptlauf. Dabei ist die Runde durch das Weissenbühlquartier
und den Steinhölzlilwald dreimal zu absolvieren. Bei jeder Runde laufen die Sportlerinnen und Sportler durch das Stadion.
Die Drohnenaufnahmen vom Start stammen von Tenzing Halbeisen.
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Nach der ersten von drei Runden lag T-Roy Brown noch vor Fabian Aebersold.
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Nach dem Sieg im Kurzlauf klassierte sich Eric Muthomi Riungu im Hauptlauf auf Rang 6 und
gewann damit die Steinhölzli-Challenge.
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Bei den Frauen lag Simona Aebersold bereits nach der ersten Runde in Führung.
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Fabian Aebersold: Tagessieger 35. Steinhölzlilauf 2025
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Lars Schnider: Gesamtdritter über 10.5 km
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Von links: Martin Hubmann (4. Rang) und Manuel Hügli (5. Rang)
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Simona Aebersold: Tagessiegerin 35. Steinhölzlilauf 2025
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Von links: Seraina Stettler (Gesamtzweite) und Sina Michael (3. Rang)
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Daniel Hubmann (7. Rang Overall, 1. Rang M40)
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(Fotos & Copyright: © Alex Reichenbach, Bern
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